„Du musst nicht die Welt retten!“…

Von der Demut, im eigenen Business zu bleiben.

……Bähm, dieser Satz sitzt. 

Letztens war ich bei einem Coaching und ich kam einmal wieder zu dem Punkt, wie stimmig es sich anfühlt, ganz bei mir zu sein, bei meinem Thema. 

Dass es darum geht, mein Leben zu leben und bei mir zu ändern, was mich stört, anstatt nach draußen zu sehen. Und mein Coach meinte: „Das ist Demut!“ Erst in diesem Moment begriff ich, was Demut in Wahrheit bedeutet. 

Es ist die Achtung vor dem anderen. Davor, dass er ein Recht darauf hat, sein eigenes Leben so zu leben, wie er es für richtig hält, selbst wenn es aus meiner Sicht ein Desaster ist. 

Ich habe kein Recht dazu, ihm abzusprechen, besser zu wissen, was gut und richtig für ihn ist. 

Es ist ein Prozess, Demut zu leben. Selbst wenn ich diese Erfahrung in dem Moment sehr bewusst gelebt habe und dieser Satz sich in mein Bewusstsein gebrannt hat, komme ich immer wieder in Situationen, in denen ich andere „auf den rechten Weg“ bringen will. 

Ich will überzeugen, aufrütteln, weichkochen. „Ich weiß es besser“, weil es sich für MICH besser und wahrhaftiger anfühlt. 

Vielleicht habe ich tatsächlich recht. Doch was, wenn nicht? 

Bin ich wirklich bereit, die Verantwortung dafür zu tragen, wenn ich das Leben eines anderen derart gelenkt und verändert habe? 

Was wenn es misslingt?

Wenn es gut läuft, dann werde ich es mir gerne auf die Fahne schreiben. „Ich habe es doch gleich gesagt.“ „Wenn ich nicht gewesen wäre.“ 

Allerdings, wenn es schiefläuft, werde ich mit den Schultern zucken. „Er ist doch erwachsen, es liegt doch in seiner Verantwortung, wenn er tut, was ich sage. Es ist doch sein Leben, da muss er doch im Endeffekt wissen, was er braucht.“ „Dann hat er sich nicht an meine Angaben gehalten.“ 

Angst ist ein schlechter Ratgeber, Hochmut aber auch. 

Die besten Ratgeber, die ich kenne, sind Vertrauen und Demut.

Andere Menschen sind weder unsere Objekte noch Projekte und deswegen sollten wir sie auch nicht als solche behandeln, sondern ihnen als Subjekten begegnen. 

Und nein, ich kann es weder, noch muss ich die Welt retten.

Auch das ist Demut. 

Ich kann aber meinen Beitrag leisten, indem ich die bestmögliche Version meiner selbst erschaffe, die ihr Bestmögliches dazu beiträgt, dass diese Welt zu einem besseren Ort wird. 

Wir Menschen wirken am besten durch unser Vorbild. Einfach nur, indem wir in unserem Tun authentisch und im Einklang mit uns selbst sind. 

Vertrauen und Demut zwei Grundpfeiler einer Haltung, die uns der Haltung eines Gestalters näherbringt. 

 

 

 

 

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